Mittwoch, 19. Juni 2013

Wieso nicht?


Heute kommt ein etwas anderer Post.
Einer über mich.
Einer, über den ich lange nachgedacht habe und eigentlich noch immer nicht so recht weiß, ob ich damit nicht zu viel Privates in die Welt hinausschreie.
Aber wir beide kennen uns nun schon ein Weilchen, ich teile viele Gedanken und Ideen mit Dir und das, worüber ich heute schreiben möchte, ist ein Teil von mir.


Ich schreibe das nicht, damit Du Dich schlecht fühlst (eine Reaktion, die ich oft bekomme), oder damit ich Dir leid tue (denk nicht mal dran!), sondern damit Du siehst, dass es möglich ist, ein schönes, erfülltes, wertvolles, optimistisches Leben zu führen, auch dann, wenn das Leben an sich vielleicht nicht so ganz einfach ist.

Der Post soll Dir also, so schräg das klingen mag, Mut machen.
Das Leben ist nicht immer freundlich, manchmal bekommst Du eben eine große Ladung Zitronen geliefert.
Was DU aber daraus machst, köstliche Limonade oder ein saures Gesicht, das ich DEINE Wahl.
Wie immer (und auch schon HIER beschrieben) kommt es allein auf Deine HALTUNG an.


Ich werde zukünftig auch nicht mehr großartig auf dieses Thema eingehen, keine Sorge, ein Mal reicht dann auch ;-).

Vielleicht ist Dir beim Lesen der Posts an der einen oder anderen Stelle etwas komisch vorgekommen.
Zum Beispiel, dass ich aus gesundheitlichen Gründen keinen Führerschein habe, oder dass ich ab und an mal erwähnt hab, mir ginge es nicht so gut.
Nun, das liegt daran, dass ich nicht ganz gesund bin.
Okay, das ist freundlich untertrieben ;-).
Ich bin es so gar nicht.

Meine Familie nennt mich Trümmerlotte, ich war ganz grundsätzlich das Kind, dass die Skifreizeit, den Sportunterricht, einen Schwimmbad-, oder Theaterbesuch, eine Fahrradtour, kurz: das ganz normale Leben, nicht ohne diverse Verletzungen überstanden hat. (Ja, Theaterbesuch...Du weißt nicht, wie Du Dich da verletzen solltest? Liebes...einfach hinsetzen – das reicht ;-).)

Mit 16 hatte ich dann einen schweren Unfall in einem Schwimmbad, mein ‚Meisterstück’ sozusagen.
Danach war mein linkes Bein gefühlt nicht mehr vorhanden (ich spüre es nach Blutungen im Hirn einfach nicht mehr) und auch sonst war wenig, wie es vorher war.
Wenn Du jetzt meinst, das wäre es schon gewesen, weit gefehlt, es haben sich diverse Folgeerkrankungen entwickelt, der Tiefpunkt war dann ein Schlaganfall, den ich mit gerade einmal 22 Jahren hatte.

Nicht schön.

Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich mich wieder wie ich selbst gefühlt habe, aber ich hab’s geschafft, um das Ganze mal stark abzukürzen.
Heute merkt mir niemand mehr etwas an, aber es kostet mich dennoch jeden Tag eine gute Portion Anstrengung.

Kurz durchatmen - und weiter geht’s, denn ich bin noch nicht fertig.

Vor ein paar Jahren wurde, nach einigen Operationen, eher zufällig eine chronische Erkrankung festgestellt, die neben anderem auch immer wieder zu starken Schmerzzuständen führt (muss ich noch erwähnen, dass ich nicht den einfachen Krankheitsverlauf erwischt hab?).
Die ersten Jahre hat mich die Krankheit nicht soo sehr geärgert, seit dem letzten Jahr aber muss ich mich etwas eingehender mit ihr beschäftigen.
Es gibt immer wieder Tage, an denen es mir so schlecht geht, dass gar nichts geht, Tage, an denen ich nichts als Schmerzen habe.


So, das war viel, ich weiß.
Alles zu erleben ist nicht so geballt, wie es auf einmal zu lesen, ich hoffe, das war in Ordnung für Dich.

Es zu erleben war auch sehr viel, glaub mir.
Aber weißt Du was?
So absolut unverständlich und verrückt es erst einmal klingen mag, ich möchte nichts davon missen.

Weil mich all diese Erfahrungen zu MIR gemacht haben.

Sie gehören zu mir, sie machen mich zu einem Teil aus.

Ich hätte vielleicht nie erkannt, was wirklich wichtig ist im Leben, wenn ich es nicht auf diese, zugegeben harte, Art gelernt hätte.
Ich wäre vielleicht nicht so positiv, wenn es anders wäre.
Meinem Mann wäre ich nie begegnet und einigen anderen Menschen, die mir sehr wichtig sind.

Hast Du das schon mal erlebt, Dir passiert etwas, das Dein ganzes Leben aus der Bahn wirft und Dir hat die Bahn, in der es lief, ECHT gut gefallen und dann...dann stellst Du fest, dass die neue Bahn auch ihr Gutes hat?

Ich jedenfalls habe mich auf diese neue Bahn eingelassen, das war nicht immer leicht und ich hatte einige schwierige Phasen, ich habe Abschied von meinem alten Leben genommen, von meinen alten Träumen und Plänen – um dann ganz neue zu machen. Denn eine CHANCE waren die Krankheiten auch.

Wenn ich Dir also etwas darüber erzähle, wie Deine Haltung Dein Leben beeinflussen kann, darüber, was wichtig ist, darüber, Dich selbst zu mögen – dann, Liebes, mach ich das mit all meinen Erfahrungen im Nacken.

Limonade oder saures Gesicht?
PAH!
Limonadenimperium ;-)!


Was wählst Du?

Liebst,
Sabine
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